Personal tools
You are here: Home Die LA 21 Bezirke 8. Bezirk Nachlese „Beteiligung von Kindern: Lust oder Frust?“
Document Actions

„Beteiligung von Kindern: Lust oder Frust?“

"Das Tor am Fußballplatz im Park braucht unbedingt ein Netz!", "Es ist so kurz grün, da kommt man kaum über die Straße!" Solche und ähnliche Wünsche oder Anregungen von Kindern werden „normalerweise“ nicht ernst genommen und deswegen auch selten umgesetzt.

Doch Mitbestimmung ist keine Frage des Alters, sondern eine Frage des Wollens von Erwachsenen. Das Dienstagsgespräch der Agenda Josefstadt am 3. November widmete sich daher der Beteiligung von Kindern. Gemeinsam mit Expertinnen für Kinderpartizipation diskutierten Aktivist/innen der Agenda Josefstadt mit Vertreter/innen der Bezirkspolitik.

Tuesday-Night Beteiligung von Kindern 1Tuesday-Night Beteiligung von Kindern 4Tuesday-Night Beteiligung von Kindern 5Tuesday-Night Beteiligung von Kindern 2


Andrea Kanicki vom Wiener Familienbund
berichtete über das Schüler/innenparlament in der Josefstadt, bei dem sich alle Volksschulen im Bezirk beteiligen. In einem Workshop in der Schule wird den Schüler/innen in der Josefstadt spielerisch vermittelt, wie Demokratie auf Bezirksebene funktioniert. Was ist eine geheime Wahl? Was sind die Aufgaben der Bezirksvertretung? Was gefällt den Kindern am Bezirk bzw. was gefällt ihnen nicht? Die Kinder halten ihre Wünsche und Forderungen auf Plakaten fest, nach einer Priorisierung werden schließlich 8 Anträge durch gewählte Schüler/innen-Vertreter/innen dem Bezirksparlament vorgestellt. In einer Antwortsitzung erhalten die Schüler/innen dann die Antworten der Bezirksvertreter/innen. Bereits umgesetzte Wünsche sind beispielsweise eine neue Schaukel und Rutsche im Park, größere Fußballtore im Hamerlingpark, die Überprüfung von Ampelschaltungen, ein neuer Zebrastreifen, Gehsteigvorziehungen etc.

Von Erfahrungen mit partizipativen Kinder- und Jugendprojekten im 7., 16. und 17. Bezirk erzählten Sonnja Altrichter und Sonja Burger vom Verein TAKE PART. Bereits umgesetzte Projekte sind zum Beispiel eine Kinderdisco, ein "Hunde-Knigge", ein Selbstverteidigungskurs und ein Fußballturnier. Die Kinder erlernen dabei, sich selbst aktiv bei der Projektumsetzung zu beteiligen. Auch ein SchülerInnenparlament wird durchgeführt. Am Vormittag gibt es einen Beteiligungsworkshop in der Schule. In der Ideenwerkstatt am Nachmittag werden die Ideen außerhalb des Klassenkontextes fokussiert. Die Kinder tragen ihre Vorschläge dann selbst in den jeweiligen Bezirkskommissionen vor.

In der Diskussion wurde eingebracht, dass Kinder nicht im Denken eingeschränkt werden dürfen, sondern ihre Wünsche ganz frei äußern sollen. D.h. in der Beteiligungsarbeit den Kindern Visionen zu erlauben bzw. diese sogar anzuregen, anstelle ihnen seitens der Erwachsenen vorgefertigte Bilder der realistischen Möglichkeiten vorzusetzen. Außerdem wurde im Sinne einer dauerhaften Ermächtigung und Beteiligung gefordert, zusätzlich zu den ein- bzw. zweimaligen Workshops in der Schule, die Beteiligungshürden für Kinder im Bezirk ganz grundsätzlich zu verringern. Kinder sollen unterstützt werden, ihre Umwelt mit zu gestalten, ihre Bedürfnisse zu formulieren und sich bei Erwachsenen Gehör zu verschaffen. Genannt wurden etwa die BürgerInnensprechstunde oder der direkte Kontakt per email an den Bezirk – diese Angebote müssen allerdings in eine kindergerechte Form gebracht werden!




Tuesday-Night Beteiligung von Kindern 1

 

Powered by Plone CMS, the Open Source Content Management System

This site conforms to the following standards: